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Tafelkultur / Kulinarik / Lifestyle

Der Gasthof
Von der Karawanserei zum Motel, Vom Gastfreund zum Hotelgast

Verlag: Georg D.W. Callwey, München (DE)
Autor(en): Gertrud Benker
erschienen: 1974
Preis: Goldene Feder (1975)

Fazit der Jury:
Die Wurzeln der Gastlichkeit beleuchtet die Autorin Getrud Benker mit akribischer Sorgfalt für den Callwey Verlag. Ein Standardwerk, das der selbstgesteckten Aufgabe „den Aufnahmesuchenden und den Aufnehmenden, dem Gastsein und Wirtsein – einem Urphänomen des Menschlichen“ ein publizistisches Denkmal setzen. Dabei ist der Untertitel des Buches „vom Gastfreund zum Hotelgast“ nicht nur chronologisch zu verstehen. Vor allem ging es den Machern dieses Werks auch darum, die Beziehung zwischen Gast und Wirt zu beleuchten, den kulturgeschichtlichen Zusammenhängen nachzugehen und herauszufinden, warum Hotels und Gasthäuser sind wie sie sind. Kurz: Ein zeitgeschichtliches Dokument von unschätzbarem Wert, zumal seltenes Bildmaterial veröffentlicht wurde, das den Vergleich mit der heutigen Hotellerie besonders interessant macht!

Küche der Regionen

MENÜ - Die schönsten Rezepte der Welt
Bände 1-10

Verlag: Bertelsmann, Gütersloh (DE)
Autor(en): diverse
erschienen: 1973
Preis: Goldene Feder (1975)

Fazit der Jury:
Fleiß wurde belohnt – die schönsten Rezepte der Welt aus der Verlagsgruppe Bertelsmann stellen in zehn Taschenbüchern eine durchaus ansehnliche Sammlung dar. Vom brasilianischen Schokoladeneisbecher, über Hirschmedaillons Madame Lacroix bis hin zu Wurst-Schaschlik - die Sammlung lässt wahrlich kein kulinarisches Abenteuer aus. Kopfsalat übrigens ist die beliebteste Beilage zu sämtlichen Fleisch- und Fischgerichten. Auch Tipps bieten die Bücher in Hülle und Fülle. Beispiel: "Wenn der Hecht im Ofen gebacken wird, richtet sich die Garzeit nach dem Alter des Fisches".

Küchentechniken / Kochprozesse

Köstlichkeiten internationaler Kochkunst

Verlag: Matthaes, Stuttgart (DE)
Autor(en): Werner Fischer
erschienen: 1970
Preis: Goldene Feder (1971)

Fazit der Jury:
Zitat aus dem Vorwort: „Werner Fischer ist der Escoffier unseres Jahrhunderts … Die Phantasie schlägt hier alle vom schulischen Können her erwarteten Ausdrucksformen in den Wind und weist das bildlich Dargestellte in eine höhere Ebene.“ Zu sehen sind für heutige Essgwohnheiten eher ungewöhnliche Rezepte wie Hummer mit Linsen oder Seezungenmus mit Austern und Kaviar sowie Erbsen. Die Vergänglichkeit bleibt jedoch nicht nur den Rezepten vorbehalten. Auch Spuren des Autorenduos Werner Fischer und Karl Brunnengräber sind selbst im Zeitalter des Internets bis zur Unkenntlichkeit verblasst. Das Jahr 1971 markiert eher die Schachzüge eines Bobby Fischer als die des deutschen Küchenmeisters. Nur so viel: Der damalige Kollege und Sternekoch Rudolf Katzenberger aus dem Restaurant Adler in Rastatt urteilte über das Buch: „Eine stolze Tat – ein stolzer Titel – ein stolzes Werk!“

Backen & Patisserie

Das große internationale Konditoreibuch

Verlag: A. Pröpster, Kempten (DE)
Autor(en): René Kramer, Walter Bickel
erschienen: 1969
Preis: Goldene Feder (1970)

Fazit der Jury:
So ändern sich die Zeiten. Spätestens beim Rezept Champagner-Flip, darf man genüsslich schwelgen. Agar Agar wird mit einem Glas warmem Champagner verrührt und in Halbkugelform gegossen. In jede Form wird noch eine halbe, abgetropfte Maraschinokirsche reingedrückt. Nach völligem Erstarren der beiden Halbkugeln, werden sie vereinigt und nach dem Herauslösen in Hagelzucker gewälzt. Was hier in abgekürzter Form auf Seite 559 den Zeitgeschmack zu treffen scheint, lässt einem auf Seite 448 doch eher verwundern, finden sich hier in der erklärenden Fototafel aufgesägte Schaumweinflaschen mit Kugeln, die an der Flasche zu kleben scheinen.

 

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