Inspiration für die nächste Generation der Hotellerie | "Die Gastronomie ist eine Branche mit Herz - und genau das sollten wir bewahren"
Persönlichkeit & Biografie
Mit seiner außergewöhnlichen Karriere, seinem unermüdlichen Engagement für Qualität und Innovation sowie seinem Vorbildcharakter inspiriert Andreas Motter eine neue Generation von Gastronomen und Hoteliers. Er steht für exzellente Führung, nachhaltige Entwicklungen und eine tiefe Verbundenheit zur Branche. Das Berg- und Spa Hotel Gabelbach, dessen Leitung er seit über einem Jahrzehnt innehat, ist nicht nur ein Leuchtturm der gehobenen Hotellerie in Thüringen, sondern auch ein Symbol für visionäre Führung und konsequente Qualitätssicherung.
Andreas Motter wurde 1964 in Erfurt geboren und wuchs in der DDR auf. Seine berufliche Laufbahn begann er in einem privat geführten Gastronomiebetrieb, wo er unter Küchenchef Michael Kohl das Handwerk von Grund auf lernte. Die klassische Ausbildung führte ihn weiter an das renommierte Interhotel Metropol in Berlin, wo er unter der Leitung von Spitzenkoch Franz Scharnberg wertvolle Erfahrungen in der gehobenen Gastronomie sammelte.
Karriere und berufliche Meilensteine
Von der Küche in die Hoteldirektion
Nach Stationen in führenden Maritim-Hotels in Würzburg, Timmendorfer Strand und Ulm kehrte er in seine Heimat zurück, um die Erfurter Gastronomieszene maßgeblich mitzugestalten. Mit den Restaurants Zumorde und Pier 37 setzte er neue gastronomische Maßstäbe und etablierte sich als kreativer Kopf mit einem Gespür für regionale Produkte und moderne Kulinarik.
Doch seine größte Herausforderung und zugleich sein bedeutendster Erfolg kam 2013: die Übernahme der Leitung des Berg- und Spa Hotels Gabelbach. Dort entwickelte er das Hotel von einer traditionellen Unterkunft hin zu einem hochmodernen Spa-Resort mit einer klaren kulinarischen Handschrift, die regionale Spitzenprodukte mit innovativen Konzepten vereint.
Das Berg- und Spa Hotel Gabelbach: Eine besondere Herausforderung
Das Berg- und Spa Hotel Gabelbach ist kein gewöhnliches Hotel. Es liegt auf 780 Metern Höhe inmitten unberührter Natur, umgeben von dichten Wäldern. Diese geografische Lage stellt das Management vor einzigartige Herausforderungen. Die Wasserversorgung erfolgt über eine eigene Quelle, und eine biologische Kläranlage sorgt für umweltfreundliche Abwasseraufbereitung. Zudem gibt es keinen direkten Anschluss an zentrale Versorgungsnetze, was eine autarke Infrastruktur erfordert.
Ein weiteres wesentliches Element ist die Pflege der weitläufigen Hotelanlage. Andreas Motter setzt hier auf nachhaltige Konzepte, um die Schönheit der Umgebung zu erhalten und den Gästen ein einzigartiges Naturerlebnis zu bieten. Der erste Eindruck ist entscheidend – von der Beleuchtung der Parkplätze bis hin zur Sauberkeit und Atmosphäre der gesamten Anlage.
Doch auch die Personalrekrutierung ist in einer ländlichen Region eine große Herausforderung. Viele qualifizierte Fachkräfte zieht es in urbane Zentren, weshalb Motter früh auf eine eigene Nachwuchsstrategie setzte. Er bildet gezielt junge Talente aus und schafft durch attraktive Arbeitsbedingungen und eine wertschätzende Unternehmenskultur ein starkes Team, das die Philosophie des Hauses lebt.
Einflüsse und Inspirationen
Führungsstil und Philosophie: Ein Vorbild für die Branche
Was macht Andreas Motter zu einem Vorbild für die nächste Generation? Es ist sein einzigartiger Führungsstil. Er lebt eine partizipative Führung, die auf Eigenverantwortung, Vertrauen und Teamarbeit basiert. Seine Mitarbeiter sind nicht nur Angestellte, sondern Teil einer Gemeinschaft.
Neben regelmäßigen Schulungen und Weiterbildungen setzt er auf persönliche Bindung: Mitarbeiterveranstaltungen, Sommerfeste und direkte Kommunikation auf Augenhöhe sind zentrale Elemente seiner Philosophie. Besonders wichtig ist ihm, dass sich seine Mitarbeiter mit dem Unternehmen identifizieren und ihre Arbeit mit Stolz ausführen. Denn nur so kann langfristig Exzellenz gesichert werden.
Auch die Digitalisierung spielt für ihn eine große Rolle. In einer Region mit schwacher Internetanbindung war die Umstellung auf moderne, cloudbasierte Systeme eine Mammutaufgabe. Doch Motter erkannte frühzeitig, dass eine moderne Infrastruktur essenziell für den langfristigen Erfolg ist. Heute sind digitale Prozesse im Hotel effizient implementiert, von der Buchungssoftware bis hin zum Kassensystem.
Ein Netzwerk der Inspiration: Die Rolle im Gastronomischen Gedächtnis Deutschlands
Als aktives Mitglied im Projekt "Das Gastronomische Gedächtnis Deutschlands" bringt Andreas Motter seine Erfahrung und Vision aktiv ein. Das Projekt hat das Ziel, die Geschichten und das Wissen herausragender Persönlichkeiten der Branche zu dokumentieren und an die nächste Generation weiterzugeben. Motter sieht es als seine Verantwortung, jungen Menschen den Wert traditioneller Handwerkskunst sowie die Bedeutung moderner Führung und Innovation in der Hotellerie zu vermitteln. Er setzt sich aktiv dafür ein, Mentorenprogramme für Nachwuchskräfte zu etablieren und Erfahrungswissen weiterzugeben.
Die Gastronomie im Wandel: Einblicke eines Branchenexperten
Die Gastronomie steht vor großen Herausforderungen. Personalmangel, Digitalisierung, gesetzliche Vorgaben, veränderte Gästeerwartungen und wirtschaftliche Belastungen sind nur einige der Faktoren, die die Branche derzeit prägen. Andreas Motter, erfahrener Gastronom und Hotelier, gibt in einem ausführlichen Gespräch einen tiefgehenden Einblick in die aktuellen Entwicklungen und zukünftigen Herausforderungen.
Personalmangel und neue Wege in der Ausbildung
Eines der zentralen Themen ist der anhaltende Personalmangel. Die Ausbildungskapazitäten sind begrenzt, und immer mehr Quereinsteiger suchen ihren Weg in die Gastronomie. Das stellt Betriebe vor große Herausforderungen, da neue Mitarbeiter intensiv eingearbeitet werden müssen.
Motter sieht hierin aber auch Chancen: "Quereinsteiger bringen oft neue Perspektiven und eine frische Dynamik in die Betriebe. Entscheidend ist eine gute Schulung und die richtige Einbindung, um sie langfristig zu binden."
Ein bewährtes Mittel, um Mitarbeiter zu halten, ist die emotionale Bindung an den Betrieb. Regelmäßige Zusammenkünfte, Sommerfeste mit den Partnern der Mitarbeiter und eine transparente Kommunikation über betriebliche Entwicklungen tragen dazu bei, dass sich das Personal mit dem Unternehmen identifiziert.
Digitalisierung und Infrastruktur als Zukunftsthema
Die Gastronomie muss sich zunehmend mit der digitalen Transformation auseinandersetzen. Insbesondere in Regionen mit schlechter Internetinfrastruktur, wie sie auch das Berg- und Spa-Hotel in Gabelbach betrifft, sind Investitionen in moderne Technologien unerlässlich. Motter betont die Notwendigkeit cloudbasierter Systeme, um Buchungen und Bestellungen effizienter zu verwalten. "Die Gäste erwarten heute schnelle, digitale Prozesse – darauf müssen wir uns einstellen", sagt er.
Gesetzliche Anforderungen und deren Auswirkungen auf die Branche
Die zunehmende Reglementierung stellt eine weitere Herausforderung dar. Mitarbeiter müssen sich nicht nur um den Gastkontakt kümmern, sondern auch eine Vielzahl rechtlicher Vorgaben umsetzen. Dies reicht von Hygienevorschriften über Datenschutzbestimmungen bis hin zu Arbeitszeitregelungen. Diese komplexen Anforderungen könnten laut Motter potenziell abschreckend auf junge Berufseinsteiger wirken.
Die Veränderung der Gästeerwartungen
Das Verhalten und die Ansprüche der Gäste haben sich stark gewandelt. Neben Qualität erwarten sie vor allem schnellen Service und einen reibungslosen Informationsfluss. Das klassische Gastronomieerlebnis wird zunehmend durch neue Erwartungen ersetzt. "Ob ein Getränk von rechts oder links serviert wird, ist den meisten Gästen nicht mehr so wichtig wie früher – dafür zählt eine authentische, herzliche Betreuung umso mehr", so Motter.
Diese Veränderungen erfordern eine ständige Anpassung der Konzepte, ohne dabei die eigene Identität zu verlieren. Motter legt großen Wert auf die Integration regionaler Produkte und innovative gastronomische Ideen, um auf dem Markt bestehen zu können.
Die Bedeutung der persönlichen Gästebindung
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die Bindung zu Stammgästen. Motter beschreibt, wie sich eine enge Beziehung zwischen Hotelier und Gast entwickelt: "Viele unserer Gäste kündigen ihren Aufenthalt im Voraus an, was eine persönliche Verbindung schafft. Es ist immer schön, bekannte Gesichter wiederzusehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen."
Diese persönliche Beziehung geht über das rein Geschäftliche hinaus. Gäste interessieren sich für die Entwicklungen des Hotels und fühlen sich als Teil der Gemeinschaft. Dies trägt wesentlich zur Schaffung einer angenehmen Atmosphäre bei und macht das Hotelleben sowohl für Gäste als auch für Mitarbeiter erfüllend.
Wirtschaftliche Herausforderungen: Hohe Investitionen mit langer Amortisation
Hohe Investitionen in die Infrastruktur sind notwendig, um ein Hotel oder Restaurant wettbewerbsfähig zu halten. Doch die Rückgewinnung dieser Investitionen ist oft eine langfristige Angelegenheit. Insbesondere privat geführte Betriebe wie das Hotel Gabelbach stehen vor der Herausforderung, mit großen Ketten konkurrieren zu müssen. "Investitionen müssen gut geplant und nachhaltig umgesetzt werden, um langfristig erfolgreich zu sein", erklärt Motter.
Vermächtnis und Zukunft
Die Zukunft der Gastronomie erfordert Anpassung und Innovation
Die Gastronomie befindet sich im Wandel. Digitalisierung, neue gesetzliche Vorgaben, veränderte Gästeerwartungen und wirtschaftliche Herausforderungen erfordern flexible und nachhaltige Lösungen. Andreas Motter sieht in diesen Entwicklungen sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Entscheidend sei, authentisch zu bleiben, sich weiterzuentwickeln und gleichzeitig die eigene Identität zu bewahren.
"Die Gastronomie ist eine Branche mit Herz – und genau das sollten wir bewahren, auch wenn sich die äußeren Rahmenbedingungen verändern", resümiert Motter. Sein Erfolgsrezept basiert auf Qualität, Teamgeist und der engen Bindung zu seinen Gästen – ein Konzept, das sich über Jahrzehnte bewährt hat.
Ein Erfolgsmodell für die Zukunft
Die Hotellerie und Gastronomie stehen vor großen Herausforderungen: Fachkräftemangel, steigende gesetzliche Anforderungen, veränderte Gästeerwartungen und hohe Investitionen in die Infrastruktur. Doch Andreas Motter zeigt, dass mit Leidenschaft, strategischem Weitblick und einer starken Unternehmenskultur selbst die größten Hürden gemeistert werden können.
Seine Geschichte ist eine Inspiration für alle, die in der Branche tätig sind oder eine Zukunft in der Gastronomie und Hotellerie anstreben. Sein Engagement für Mitarbeiter, Gäste und die Weiterentwicklung der Branche machen ihn zu einer herausragenden Persönlichkeit und einem Vorbild für kommende Generationen.
Schlussgedanken
Mit seiner langjährigen Erfahrung, seiner Innovationskraft und seinem unermüdlichen Einsatz hat Andreas Motter das Berg- und Spa Hotel Gabelbach als führendes Wellnesshotel in Thüringen etabliert. Doch sein Einfluss reicht weit über die Grenzen seines Hauses hinaus. Als Mentor, Vorbild und Gestalter der modernen Hotellerie trägt er entscheidend dazu bei, dass die deutsche Gastronomie ihre Tradition bewahrt und gleichzeitig zukunftsfähig bleibt.
Ob als Direktor, Unternehmer oder Inspirationsquelle – Andreas Motter steht für das, was die Branche braucht: Leidenschaft, Weitblick und den Mut zur Veränderung.
Ein Vorbild, das nicht nur ein Hotel führt, sondern eine gesamte Branche prägt.
Lieblingsgericht: Hühnerfrikassee
Zutaten
- 1 ganzes Suppenhuhn (ca. 1,2 kg) oder 800 g Hähnchenbrust
- 1,5 Liter Wasser
- 1 TL Salz
- 1 Zwiebel (halbiert)
- 1 Lorbeerblatt
- 2 Möhren (gewürfelt)
- 100 g Erbsen
- 100 g weiße Spargelstücke (optional)
- 40 g Butter
- 40 g Mehl
- 200 ml Sahne oder Milch
- 1 Eigelb
- 1 EL Zitronensaft
- 20 g Kapern
- Frische Petersilie (zum Garnieren)
- Muskatnuss, Salz und Pfeffer nach Geschmack
Beilage: Reis
Zubereitung
- Huhn kochen: Das Huhn mit Wasser, Salz, Zwiebel und Lorbeerblatt in einem großen Topf zum Kochen bringen. Bei niedriger Hitze ca. 1,5 Stunden köcheln lassen. Anschließend das Huhn herausnehmen, etwas abkühlen lassen und das Fleisch in mundgerechte Stücke zerteilen. Die Brühe durch ein Sieb gießen
- Gemüse vorbereiten: Möhren und Spargel in der Brühe für ca. 10 Minuten garen, dann die Erbsen dazugeben und weitere 5 Minuten kochen lassen. Danach das Gemüse herausnehmen.
- Sauce zubereiten: In einem separaten Topf die Butter schmelzen, das Mehl einrühren und kurz anschwitzen, aber nicht bräunen. Nach und nach ca. 500 ml der Hühnerbrühe unter Rühren hinzufügen, sodass eine sämige Sauce entsteht.
- Verfeinern: Sahne oder Milch einrühren. Das Eigelb mit Zitronensaft verrühren und langsam unter ständigem Rühren zur Sauce geben (nicht kochen lassen, damit es nicht stockt). Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Für den etwas interessanten & intensiveren Geschmack, wer es mag die Kapern noch hinzufügen.
- Zusammenfügen: Das Hühnerfleisch und das gegarte Gemüse in die Sauce geben, vorsichtig umrühren und kurz ziehen lassen.
- Servieren: Mit gehackter Petersilie bestreuen und zusammen mit gekochtem Reis servieren.